Rheinpfalz: "Zunft AG aus Wachenheim entwickelt Ideen zur Nutzung des Anwesens Heyd/Löwer"

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Heyd-Löwer

Rheinpfalz, 10.06.08

Mit Regionalprodukten zu alter Attraktivität HASSLOCH: Zunft AG aus Wachenheim entwickelt Ideen zur Nutzung des Anwesens Heyd/Löwer

Bei den Plänen zur Ortskernsanierung bekommt Haßloch Unterstützung einer erfahrenen Vereinigung. Die Zunft AG mit Sitz in Wachenheim stellte im Rahmen der Podiumsdiskussion zum Thema Ortsmittelpunkt eigene Pläne für die Attraktivierung des Großdorfes vor.

Die Zunft AG, die sich selbst als „Kompetenznetzwerk" bezeichnet, ist ein Investor, der sich vor allem um schwierig vermittelbare und historische Objekte kümmert. Im Sinne der mittelalterlichen Zünfte sollen traditionelle Verfahrensweisen und faire Dienstleistungen wiederbelebt werden. Im Vordergrund der Arbeit steht die Entwicklung nachhaltiger Produktions- und Verkaufskonzepte. So will die Zunftgruppe besonders die „LOHAS-Konsumenten" (Lifestyles of Health and Sustainibility = Lebensstil von Gesundheit und Nachhaltigkeit) ansprechen, die durch ihr Konsumverhalten und gezielte Produktauswahl Gesundheit und Nachhaltigkeit fördern wollen. Dieser Personenkreis, meist mit überdurchschnittlichem Einkommen, legt auf regional hergestellte Produkte Wert. Diese Kunden bevorzugen laut Zunft-Vertreter Christoph Hinderfeld gerade Gebäude mit historischem Charme als Einkaufsort. So ist die Zunft AG in ganz Deutschland dabei, Investoren für alte Gebäude wie die Kokerei des Weltkulturerbes Zollverein in Essen oder eine Kaufmannsmühle in Mannheim zu finden.

Mit dieser Erfahrung ist die Zunft AG auch Fachmann im Fall des Gebäudes Heyd/Löwer. Hinderfeld macht klar, dass die Gemeinde bei dem Gebäude in jedem Fall auf einen privaten Investor setzen müsse. „Nur so erhält das Objekt die Möglichkeit, wieder attraktiv für Konsumenten und Besucher zu werden", so Hinderfeld.

Bei der Suche nach einem Investor müsse aber vor allem darauf geschaut werden, dass man mit ortsüblichen Mieten kalkuliere. „Wir haben keine Chance, wenn es in Berlin Gebäude für neun Euro pro Quadratmeter gibt, und ein Interessent dann in Haßloch vielleicht 20 Euro aufbringen muss."

Konkret schlägt die Zunft AG vor, die sich vor allem an bewusste Konsumenten richtet, im Gebäude Heyd auf Regionalprodukte zu setzen. Das könnte etwa in einem Kaufhaus realisiert werden, in dem typisch pfälzische Produkte angeboten werden. Im Blick auf die Pferderennbahn kann sich die Zunft AG auch ein Angebot für Freunde des Pferdesports im Heyd vorstellen. Laut Internetseite der Zunft AG ist der Präsident des Pfälzischen Rennvereins, Dr. Christoph Gutknecht, Vorsitzender des Aufsichtsrats.

„Beliebigkeit ist fehl am Platz, wir brauchen eine klare Leitlinie im Angebot", so Hinderfeld. Mit einem Angebot von Weinen, Handwerksprodukten und Lebensmitteln könnte das Objekt Heyd seiner Meinung nach wieder zu alter Attraktivität zurückkehren. Schließlich habe gerade der Saal Löwer immer noch ein Alleinstellungsmerkmal in der gesamten Pfalz. (cpx)

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